Pressemitteilung zu den Antworten Roland Nachtigällers

„Bürger für Herford“ fordern offene Diskussion ohne Tabus:
Die Antworten des künstlerischen Leiters des MARTa Museums auf die Ratsanfrage der „Bürger für Herford“ waren weder aussagekräftig, noch Ziel führend. Zunächst sollte konkretisiert werden, ob tatsächlich nur die Ausstellungsbesucher in die Gesamtbesucherzahl eingerechnet sind, oder auch andere, wie z.B. Besucher des Marta Forums/Vortragsgäste. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn die Differenzierung zwischen zahlenden Besuchern und Gesamtbesucheranzahl nicht erst auf Nachfrage erfolgte.
Zu den Zahlen selber:
Wenn von ca 62.000 Besuchern lediglich 40.000 zahlen, wobei zu klären wäre, ob diese dann auch wirklich den vollen Eintrittspreis entrichten, so mag das der Quote anderer Museen entsprechen, bedeutet für Herford jedoch eine immense Bezuschussung des einzelnen Besuchers, die bei der prekären Haushaltssituation nicht mehr lange tragbar sein wird, so der Vorstand der „Bürger für Herford“.

Es gilt das MARTa auch für Interessierte anderer Kunstrichtungen zu öffnen, damit die Einnahmesituation verbessert wird. Gleiches erwarten wir von der engeren Zusammenarbeit des Herforder Kunstvereines mit dem MARTa. Hier gilt es Synergien zu nutzen, um auf Dauer ebenfalls Kosten einsparen zu können. Ein Abendvortrag und ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Marta Forum in einem Zeitraum von drei Jahren reicht hier bei weitem nicht aus, und kann wohl nur schwerlich als aktiv gelebte Zusammenarbeit beschrieben werden, so der Vorsitzende Daniel Brumberg weiter.

Das „Totschlagargument“, dass etwa 35.000 MARTa Besucher pro Jahr im Durchschnitt geschätzte 90 Euro in Herford ausgeben, wird einem unabhängigen Gutachten wohl kaum standhalten, und wurde bereits im Jahre 2010 zu recht von der Öffentlichkeit in Frage gestellt.

Der Leerstand in der Innenstadt und der ächzende Einzelhandel in Herford spricht jedenfalls eine deutlich andere Sprache.

Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung muss in jedem Bereich der Rotstift angesetzt werden, das schließt auch das Museum MARTa mit ein. Wenn diese weiteren Sparbemühungen dazu führen sollten, dass das Museum in dieser Form nicht mehr tragbar ist, dann muss eben genau über diese Form der Beschränkung auf moderne Kunst, vor allem aber über einen vermarktbaren Inhalt, diskutiert werden. Gesamtkosten (einschließlich Zinsen und Tilgung)von ca 3 Millionen Euro jährlich werden in Zukunft jedenfalls nicht mehr realisierbar sein, weshalb es hier nicht um Wünsche oder Befindlichkeiten, sondern schlichtweg um die bloße Notwendigkeit geht, Einsparungen zu kompensieren, oder aber neue Besucherpotentiale oder sonstige Einnahmequellen zu finden und zu nutzen.

Zweifelsohne ist ein Museumsbetrieb immer ein Zuschussbetrieb. Wieviel Zuschuss sich die Stadt Herford zukünftig noch leisten kann/muss, hängt davon ab, ob die Bereitschaft besteht, die Ausstellungen für ein breiteres, zahlendes Publikum zu öffnen. Darüber gilt es öffentlich und ohne Tabus zu diskutieren und gemeinsam mit der Martaleitung eine zukunftsfähige Lösung zu erarbeiten. Diese Lösung schließt eine Zusammenarbeit mit bedeutenden heimischen Künstlern, wie beispielsweise Wolfgang Heinrich( Theo Schaefer, Elke Eickhoff, Bruno Krenz), oder auch mit Einrichtungen wie dem Herforder Kulturanker mit ein, da das MARTa auf ein solch großes Potential an Besuchern zukünftig nicht mehr verzichten werden kann.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung!

Daniel Brumberg
Vorsitzender
Unabhängige Wählergemeinschaft „Bürger für Herford“